Warum Wasser auch in großen Kraftwerken unverzichtbar ist
Wenn man fragt, was in den meisten Kraftwerken unverzichtbar ist, erhält man meist die Antwort, dass es Kohle, Biomasse oder radioaktive Stoffe sind, bei den ökologischen Kraftwerken dann Wasser, Sonne oder Wind. Und ja, diese Dinge dienen als Treibstoffe. Bei den meisten von ihnen spielt Wasser jedoch die mit Abstand größte Rolle.
Tatsache ist, dass bei jeder Art von Verbrennung, sei es in einem Kohle-, Kern- oder Biomassekraftwerk, diese Wärme ausschließlich zum Erhitzen von Wasser verwendet wird. Einfach ausgedrückt: Je schneller und auf eine höhere Temperatur es erwärmt werden kann, desto effizienter ist es. Auch deshalb ist die Kernreaktion in dieser Hinsicht so effektiv – sie gibt viel Wärmeenergie ab, die dann zum sehr schnellen Erhitzen von Wasser genutzt wird. Aber warum ist das so wichtig?

Hier muss man sich vor Augen führen, wie eigentlich alle Kraftwerke der Welt funktionieren: Ihre Aufgabe ist es, einen Generator anzutreiben, der dann Strom erzeugt, oder im Falle von Solarzellen eine chemische Reaktion auszulösen, die ebenfalls zur Erzeugung von elektrischem Strom führt. Und für den Antrieb dieser Generatoren wird in den allermeisten Fällen Dampf verwendet.

Sicherlich könnte man meinen, dass wir das Zeitalter des Dampfes längst hinter uns gelassen haben, aber das ist nicht der Fall. Tatsächlich sind wir genauso davon abhängig wie zu der Zeit, als die ersten Dampfmaschinen aufkamen. Nur haben wir heute viel bessere und effizientere Methoden, um ihn zu erzeugen. Denn auch heute noch ist er bei weitem das beste Medium, um elektrische Generatoren anzutreiben.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass aus den runden Türmen, die für Kraftwerke typisch sind, ständig weißer Rauch aufsteigt. Entgegen der allgemeinen Meinung handelt es sich dabei nicht um Produkte aus der Verbrennung des jeweiligen Materials, sondern ausschließlich um Wasserdampf, der bereits verbraucht wurde und abgelassen werden muss, um Platz für neuen, heißeren Dampf zu schaffen. Je wärmer der Dampf ist, d. h. je mehr Wärmeenergie er hat, desto mehr kann er in Bewegungsenergie umgewandelt werden und desto schneller kann er den Generator antreiben, wodurch natürlich mehr Strom erzeugt wird. Und darum geht es hier vor allem.